Beispiele für erfolgreiche Umnutzungen

Umnutzungsmöglichkeiten gibt es viele! Einige wenige Möglichkeiten sind hier zusammengestellt. Die Informationen auf dieser Seite stammen aus dem Abschlussbericht der "AG Dorfentwicklung" von der Leibnitz Universität Hannover. Der Bericht ist auf Initiative des niedersächsichen Landtages entstanden und gilt als Musterarbeit, der Handlungsempfehlungen für verschiedene Akteure der Dorferneuerung in Niedersachsen formulieren und anregen soll.

 

Es folgt eine kurze Darstellung von zwei ausgewählten Umnutzungsbeispielen aus diesem Abschlussbericht. Sie gelten als "Best-Praxis-Beispiele" und sollen an dieser Stelle, in stark gekürzter Form, einen kleinen Einblick in erfolgreiche Umnutzungsprozesse vermitteln.

Für weitere Informationen und Beispiele finden Sie den vollständigen Bericht auf der Homepage des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (www.ml.niedersachsen.de).

 

Köstlichkeiten bei Williams & Co. in Klein Meckelsen

Ein Beispiel für die Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden findet man in Klein Meckelsen - das Ladenlokal Williams & Co. mit uriger Hof-Atmosphäre. Hier kann der Besucher qualitativ hochwertige Spirituosen, Weine, Tees, Gewürze und andere Feinkostartikel erwerben. In der Williams Stube heißt die Familie Rathjen ihre Gäste gerne zu Genießer- und Gourmet-Highlights willkommen.

 

Im Rahmen der Dorferneuerung Klein Meckelsen soll eine ungenutzte Fachwerkscheune auf dem Williamshof zur Radlerscheune umgenutzt werden. Sie soll dem den Radlern einen Ort zur Rast und Erfrischung bieten. Ziel ist es, die touristische Infrastruktur in der Region zu stärken. Insbesondere wegen der exponierten Lage der Scheune am Fernradweg Bremen - Hamburg soll dieses Projekt im Rahmen der Dorferneuerung als private Leuchtturmmaßnahme weiter entwickelt werden.

Gundies Home No. 15 - Landurlaub im Wohlfühlambiente

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Umnutzung ist Gundies Home No. 15 - ebenfalls in Klein Meckelsen. Es handelt sich hier um eine ca. 10.000 m² große Hofanlage mit Kuh- und Schweineställen, die bis 1987 noch als solche genutzt wurden. Nachdem die Anlage 20 Jahre leer stand, begannen in 2007 die Umbauarbeiten an den Schweineställen. Auch der Umbau eines Kuhstalles zu Wohnzwecken soll in nächster Zeit in Angriff genommen werden.

Für die Gäste stehen derzeit zwei Appartements mit je 56 m² (1-2 Personen) und ein Fachwerkhaus mit einer Fläche von 105 m² (1-4 Personen) zur Auswahl. Die schöne Lage, die gemütliche und geschmackvolle Einrichtung und gehobene Ausstattung garantieren einen erholsamen Aufenthalt. Auch an diversen Extras mangelt es nicht: Jede Unterkunft verfügt u. a. über einen eigenen Telefonanschluss, von dem aus kostenlos ins deutsche Festnetz telefoniert und unbegrenzt im Internet gesurft werden kann.

Wohnen und Pferde: Vom Kelter- zum Reihenhaus

„Abriss oder Sanierung?“, hieß die Frage der ehemaligen Eigentümer eines Kelterhauses in Wendelsheim im LK Alzey-Worms. Schließlich wurde das Kelterhaus aus dem Jahr um 1900 in mehrere Wohneinheiten (3 Maisonette-Wohnungen) sowie die anliegende Scheune in 2 Wohnungen, Sattelkammer, Lager-, Heiz-, und Büroräume umfunktioniert.

Die Realisierungszeit betrug 2 Jahre (1995-1997). Die Gesamtkosten von ca. 950.000 € wurden damals im Rahmen von rund 80.000 DM über Fördermittel finanziert.

Umnutzungsprozess für das Reihenhaus in Wendelsheim (Abschlussbericht der "AG Dorfentwicklung" an der Leibniz Universität Hannover 2010/11: Seite 148)
Umnutzungsprozess für das Reihenhaus in Wendelsheim (Abschlussbericht der "AG Dorfentwicklung" an der Leibniz Universität Hannover 2010/11: Seite 148)

Dorfgemeinschaftshaus Bockelskamp-Flackenhorst

In Bockelskamp im Landkreis Celle wurde ein niederdeutsche „Vierständer-Hallenhaus“ mit Wohn- und Stallteil aus dem Jahr 1759 auf Wunsch der Dorfgemeinschaft zu einem öffentlich nutzbarem Gebäude für Gruppen und Vereine, zum Dorfgemeinschaftshaus und Kindergarten umfunktioniert.

Die Realisierungszeit für Planung und Umbau betrug 4 Jahre (1996-2000). Von den damals ca. 710.000 DM Erwerbs- und Umbaukosten sind etwa 400.000 DM über Fördermittel finanziert worden. Der heutige Versicherungswert wird auf 750.000 € geschätzt.

Dorfgemeinschaftshaus Bockelskamp-Flackenhorst (Abschlussbericht der "AG Dorfentwicklung" an der Leibniz Universität Hannover 2010/11: Seite 135)
Dorfgemeinschaftshaus Bockelskamp-Flackenhorst (Abschlussbericht der "AG Dorfentwicklung" an der Leibniz Universität Hannover 2010/11: Seite 135)

Weitere "Best-Praxis-Beispiele" finden Sie ebenfalls im Abschlussbericht auf den Seiten 105ff.

 

 

 

Quelle:

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (www.ml.niedersachsen.de)

 

Projektbeispiele aus dem Abschlussbericht der "AG Dorfentwicklung" an der Leibniz Universität Hannover 2010/11: Seite 105ff (aufgerufen am 15.03.2012):

http://www.gih.uni-hannover.de/images/stories/forschung/bericht_modellprojekt_umnutzung.pdf